Tipani-Verlag News

Sie finden bei uns Publikationen aus dem Bereich der alternativen Medizin. Alternative Heilmethoden sowie Therapien aus dem Bereich der Komplementärmedizin erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Kürzlich erschienen ist ein Buch mit traditionellen thailändischen Rezepten für Gesundheit und Harmonie: „Thailändische Naturheilkunde“ Thailändische Naturheilkunde Thailand ist vielen Europäern als tropisches Reiseland bekannt. Weniger bekannt ist, dass dieses südostasiatische Land auch über ein eigenes Medizinsystem verfügt. In unserem Kulturkreis wird vor allem die thailändische Massage angeboten, wobei andere Therapiekonzepte der thailändischen Naturheilkunde bei uns weniger verbreitet sind. Da aber viele der Empfehlungen aus der thailändischen Medizin sich auch in unseren Breitengraden im Alltag leicht umsetzen lassen, sind sie für uns alle interessant. Beispielsweise lassen sich viele Lebensmittel und Kräuter, denen eine therapeutische Wirkung zugesprochen wird, problemlos in die tägliche Ernährung integrieren.

Ursprünge der thailändischen Naturheilkunde

Die auch als „traditionelle thailändische Medizin“ (TTM) bezeichnete Naturheilkunde Thailands hat ihre Wurzeln in medizinischen Lehren aus Indien, China und Arabien, die mit den Händlern aus diesen Regionen während des ersten Jahrtausends nach Thailand kamen. Auch diverse Tai-Völker aus ganz Asien brachten ihr eigenes indigenes Wissen und ihre Vorstellungen in die Mischung der medizinischen Lehren ein. Infolge dieser vielfältigen Mischung von Völkern und Kulturen weist die thailändische Naturheilkunde von Region zu Region und auch je nach Therapeut erhebliche Unterschiede auf. Heutzutage wird an den thailändischen Hochschulen die Ende des 19. Jahrhunderts auf Anweisung des Königshauses eingeführte standardisierte Medizin gelehrt, die sogenannte traditionelle thailändische Medizin (TTM, Pâet păen tai แพทย์แผนไทย).

Grundlagen der thailändischen Naturheilkunde

Innerhalb der Theorien der thailändischen Kräuterheilkunde spielen vier Elemente eine wichtige Rolle: Erde, Wasser, Feuer und Wind. Diese beziehen sich nicht auf materielle Substanzen, sondern auf Qualitäten. So können beispielsweise festen, harten, stabilen und schweren Substanzen die Qualitäten des Elementes Erde zugeschrieben werden. Die Bestandteile des menschlichen Körpers werden den vier Elementen zugeordnet − die harten Knochen beispielsweise also dem Element Erde. Wenn die Elemente sich in einem gesunden, also physiologischen Zustand befinden, spricht man von „Ausgeglichenheit“. Sind sie „erregt“, „geschwächt“, „verzerrt“, „gebrochen“ oder „verschwunden“, liegt eine Störung vor, in der Regel also eine Erkrankung. Solch ein Ungleichgewicht kann auf vielen Faktoren beruhen; so spielt die Ernährung für die Gesundheit eine wichtige Rolle. Zum Beispiel wird der häufige Verzehr von kalter, feuchter Nahrung wie etwa Eiscreme und von kalten Getränken das Element Wasser erregen und das Element Feuer schwächen. Dies wiederum kann verschiedene gesundheitliche Störungen hervorrufen. Mit Hilfe von diagnostischen Verfahren wie Puls- und Zungendiagnose, Schröpfen und Kratzen, Beobachten und Befragen des Patienten können erfahrene Therapeuten Ungleichgewichte der Elemente erkennen und daran anschließend die passende Therapie einleiten. Die Behandlung nach der TTM fußt auf fünf Säulen: Innere/Kräuter-Medizin (Phytotherapie und Ernährung), äußere Therapien/orthopädische Medizin (u.a. Massage und Kräuterstempel), Wahrsagen/Orakelwissenschaft, Geistermedizin und buddhistische Praktiken.

Ernährung und Kräuterheilkunde in der TTM

Erfolgt die Therapie mittels Kräutern und Nahrungsmitteln, werden diese jeweils bestimmten Geschmacksrichtungen zugeordnet. Je nach Art der Anwendung (innerlich, äußerlich, Kombination mit anderen Mitteln) werden dabei drei, vier, sechs, acht oder neun Geschmacksrichtungen unterschieden. Ein thailändischer Phytotherapeut wird traditionellerweise zunächst eine Ernährungsumstellung empfehlen, bevor er zu den wirksameren Naturheilmitteln greift. In der traditionellen thailändischen Küche gilt fast jedes Gericht auf die eine oder andere Weise als therapeutisch. Die unterschiedlichen Nahrungsmittel können sechs Geschmacksrichtungen zugeordnet werden: bitter, würzig/scharf, adstringierend, salzig, sauer bzw. süß. Idealerweise enthält eine ausgeglichene Mahlzeit alle sechs Geschmacksrichtungen. Durch Kombinieren der richtigen Geschmacksrichtungen in der richtigen Zusammensetzung können mit einer Mahlzeit die Elemente ausgeglichen und Störungen behandelt werden. Daneben bietet die TTM auch diätetische Empfehlungen für Gesundheit und Langlebigkeit, die an verschiedene Faktoren geknüpft sind. So spielen das Alter der Person sowie die Jahres- und Tageszeit eine Rolle. So empfehlen sich für Kinder bis zu 16 Jahren Mittel wie z.B. Ananas oder Milch, während Erwachsene ab 50 Jahren eher Papaya oder Sesam verzehren sollten.

Äußere Anwendung von Kräutern innerhalb der TTM

Naturheilmittel werden in Thailand aber nicht nur innerlich in Form von Arznei- oder Nahrungsmitteln eingesetzt, sondern auch in Salben, Einreibungen, Umschlägen, Inhalationen, in der bei uns wenig bekannten thailändischen Sauna, im Dampfbad und im Rahmen der Thai-Massage für Kräuterstempel. Aus Sicht der traditionellen thailändischen Anatomie weist der menschliche Körper fünf Schichten auf − die Haut, das Gewebe, die sogenannten sên (fassbare Bahnen am Körper), die Knochen und die Organe. Je nach ihrer Geschmacksrichtung können Kräuter und andere Naturheilmittel in unterschiedliche Körperschichten vordringen. So werden jeweils nach Bedarf bestimmte Naturheilmittel kombiniert, um bestimmte Wirkungen in verschiedenen Körperschichten zu erzielen und Störungen zu behandeln. So kann beispielsweise aus leicht erhältlichen Zutaten eine wärmende Kompresse hergestellt werden, die bei Schmerzen und Gewebeverhärtungen eine sehr gute Wirkung hat. Mehr dazu

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Woher kommt und was bedeutet der Name „Tipani“?

Blüte TipaniTipani ist die polynesische Bezeichnung der Pflanzengattung Plumeria, auch bekannt als Frangipani und Pagodenbaum. Tipani-BaumDie als Baum oder Strauch wachsende Pflanze stammt ursprünglich vermutlich aus Mittelamerika und der Karibik. Inzwischen ist sie aber in vielen tropischen Teilen der Erde verbreitet, u.a. in Asien. In Mittelamerika wird sie teilweise als Heilpflanze verwendet. Im südostasiatischen Raum ist die Frangipani ein Symbol der Unsterblichkeit.