Glossar zur traditionellen chinesischen Medizin (TCM)

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Das nachfolgende TCM-Glossar enthält eine Zusammenstellung der wichtigsten Fachbegriffe der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Die Definitionen basieren auf den unten angegebenen Quellen.

Sie ist gegliedert nach Therapieverfahren, Akupunktur, Funktionskreisen, energetischen Grundbegriffen/Normkonventionen, Diagnostik und Phytotherapie/Diätetik.

Im TCM-Glossar ist jeweils der chinesische Begriff mit Pinyin (Umschrift), Kurzzeichen (werden in der VR China verwendet) und Langzeichen (werden in Taiwan, Hongkong, Singapur verwendet) angegeben.

Weitere Informationen finden Sie auch im Buch Chinesische Medizin in der Augenheilkunde.

Deutsch

Chinesisch (Pinyin, Kurzzeichen/Langzeichen)

Beschreibung

Therapieverfahren

Akupunktur

zhenjiu (针灸/針灸)

Mechanische Einwirkung mit verschiedenen Nadeln auf Akupunkturpunkte an der Körperoberfläche

Chinesische Diätetik/Ernährungstherapie

shiliao (食疗/食療)

Gezielter Einsatz von Nahrungsmitteln als milde Therapeutika, um die Ausgewogenheit des Qi im Körper wieder herzustellen

Chinesische Phytotherapie/Arzneimitteltherapie

zhongyao zhiliao (中药治疗/中藥治療)

Innere und äußere Anwendung chinesischer Arzneimittel; wichtigstes therapeutisches Verfahren der chinesischen Medizin

Moxibustion

aijiu (艾灸/艾灸)

Thermische Einwirkung auf Akupunkturpunkte an der Körperoberfläche durch Abbrennen von Moxa-Kraut (Artemisia vulgaris) über den Punkten

Qigong

qigong (气功/氣功)

Wörtlich „Arbeiten mit dem Qi“ oder „Übungen mit dem Qi“; Übungen, mit denen man das Qi im eigenen Körper beeinflussen kann, z.B. durch durch Körperhaltungen, Atemtechniken, Bewegungen, meditative Konzentration

Taiji/Taijiquan

taiji, taijiquan (太极, 太极拳/太極, 太極拳)

Wörtlich bedeutet taiji „Höchstes Äußerstes“, quan steht für „Faust“ oder „Faustkampf“ (mit bloßer Hand); meditative, gymnastische Übungen zum Führen des Qi und zur Verlängerung des Lebens

Tuina

tuina (推拿/推拿)

Mechanische Einwirkung auf Akupunkturpunkte an der Körperoberfläche durch verschiedene manuelle Techniken

Akupunktur

Akupunkturpunkt

xue (穴/穴)

Genau festgelegte Stellen an der Körperoberfläche, über die auf das energetische System des Individuums eingewirkt werden kann

Hauptleitbahn

jing, jingmai (经, 经脉/經, 經脈)

12 (mit Leitbahn der Steuerung und Aufnehmende Leitbahn insgesamt 14) Hauptleitbahnen, bilden das tragende Gerüst des Leitbahnsystems, jede Hauptleitbahn steht mit einem Funktionskreis in Beziehung

Leitbahnen („Meridiane“)

jingmai (经脉/經脈)

Leiten Energien wie Qi, Xue, Bauenergie etc. zwischen den Funktionskreisen; in manchen Texten auch als „Meridiane“ bezeichnet

Muskelleitbahnen

jinmai (筋脉/筋脈)

Stehen in direkter Verbindung mit den zwölf Hauptleitbahnen, berühren entweder Kopf oder Muskelfleisch

Netzleitbahn

luomai (络脉/絡脈)

Bewirkt netzartige Verknüpfung des Leitbahnsystems; geht von dem Anknüpfungspunkt einer Leitbahn aus

Funktionskreise („Organe“)

Durchgangsfunktionskreise

fu (腑/腑)

Sechs Yang-Funktionskreise, die Nahrungssäfte assimilieren und bewegen und für aktive energetische Prozesse zuständig sind: die Funktionskreise Blase, Dickdarm, Drei Wärmebereiche, Dünndarm, Gallenblase, Magen

Funktionskreis (Fk) („Organ“)

zang, zangfu (脏, 脏腑/臟, 臟腑)

Zusammenfassung miteinander verwandter, natürlicher Funktionsabläufe; in manchen Texten auch als „Organ“ bezeichnet; es gibt insgesamt sechs Durchgangsfunktionskreise, fünf Speicherfunktionskreise und sechs Neben-Funktionskreise

Neben-Funktionskreise

qiheng zhi fu (奇恒之腑/奇恆之腑)

Sechs Neben-Funktionskreise (Gehirn, Knochen, Leitbahnen, Rückenmark, Uterus, Gallenblase)

Speicherfunktionskreise

zang (脏/臟)

Fünf Yin-Funktionskreise, die speichern, unterstützen und generell das Leben erhalten: Funktionskreise Herz, Leber, Lunge, Milz, Niere

Energetische Grundbegriffe/Normkonventionen

Bauenergie

yingqi (营气/營氣)

Aspekt des Qi, der für den Aufbau, den Ausbau und die Erhaltung des Körpers zuständig ist; zirkuliert in den Leitbahnen und Funktionskreisen

Körpersäfte

jinye (津液/津液)

Setzen sich aus den struktiven (ye) und aktiven Säften (jin) zusammen

Konstellierende Kraft

shen (神/神)

Bestimmt das Bewusstsein, das Gemüt, die mentale Aktivität sowie die äußere Erscheinung; Sitz der konstellierenden Kraft (shen) ist der Fk Herz

Qi

qi (气/氣)

Aktive, sich aktuell manifestierende und gerichtete Lebensenergie, individualspezifische aktive Energie

Struktivpotential, Essenz

jing (精/精)

Teil des Yin des Fk Niere, eine der wesentlichen Energieformen des Menschen

Wandlungsphase

xing (行/行)

Teil der Normkonventionen; unterschieden werden insgesamt 5 Wandlungsphasen: Erde, Metall, Wasser, Holz, Feuer

Wehrenergie

weiqi (卫气/衛氣)

Aspekt des Qi, der sich außerhalb der Leitbahnen bewegt und vor allem die Oberfläche versorgt; zuständig für den Schutz des Organismus gegen schädigende Einflüsse

Xue („Blut“)

xue (血/血)

„Blut“; struktives und stoffliches Komplement zum Qi, individualspezifische struktive Energie; umfasst die Gesamtheit der struktiven Säfte (ye) des menschlichen Körpers, darunter auch das Blut

Yang

yang (阳/陽)

Das Aktive; der aktive Aspekt einer Wirkung; klassische Unterteilung in Großes Yang (taiyang), Kleines Yang (shaoyang), Überstrahlung des Yang (yangming)

Yin

yin (阴/陰)

Das Struktive; der stoffliche Aspekt einer Wirkung; klassische Unterteilung in Großes Yin (taiyin), Weichendes Yin (jueyin), Kleines Yin (shaoyin)

Diagnostik

Äußere Krankheitsagenzien, klimatische Exzesse

waiyin (外因/外因)

„Trockenheit“, „Feuchtigkeit“, „Glut“, „Sommerhitze“, „Kälte“, „Wind“

Energetische Schwäche („Mangel“, „Leere“)

xu (虚/虛)

Leitkriterium in der chinesischen Diagnostik; energetische Defizienz oder Schwächung der Fähigkeit des Organismus, seine physiologischen Funktionen aufrechtzuerhalten; in manchen Texten auch als „Mangel“ oder „Leere“ bezeichnet

Energetische Überladung („Fülle“)

shi (实/實)

Leitkriterium in der chinesischen Diagnostik; Überfülle oder übermäßige Aufladung von schrägläufigen Energien, die die Fähigkeit des Organismus stören, seine physiologischen Funktionen aufrechtzuerhalten; in manchen Texten auch als „Fülle“ bezeichnet

Gegenläufigkeit

ni (逆/逆)

Bewegung von Lebensfunktionen entgegen der natürlichen Bewegungsrichtung

Innere Krankheitsagenzien, Emotionen

neiyin (内因/内因)

„Furcht”, „Grübeln”, „Lust”, „Schreck”, „Sorge”, „Trauer”, „Zorn”

Krankheitsauslösender Faktor, Krankheitsagens

yin, bingyin (因, 病因/因, 病因)

Bewirkt eine Ablenkung des geradläufigen Qi-Flusses, umfasst äußere und innere Krankheitsagenzien

Phytotherapie/Diätetik

Geschmacksrichtung

wei (味/味)

Lässt Aussage über die Wirkebene eines Arzneimittels oder Nahrungsmittels zu

Temperaturverhalten

xing, qi (性, 气/性, 氣)

Beschreibung der energetischen Dynamik eines Arzneimittels oder Nahrungsmittels

Wichtige deutsch- und englischsprachige Quellen: